Bild des Monats

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Supergod  (2/2018)

 

 


Die Collage entstand in dem Monat, in dem meine Mutter an einer Krebserkrankung starb. In dieser Zeit war der Bezug zum Existenziellen besonders groß und die Arbeit an den Collagen half mir, zu verstehen, was passiert war. Am Anfang stand eine typografische Spielerei. Ich ordnete die Buchstaben der Worte "God and father and me" immer wieder neu an. Schließlich nahm ich das "god" weg und legte Holzlatten über die Buchstaben. Mir war selbst ein Rätsel, warum ich mich so sehr mit diesen Worten beschäftigte.

Von Anfang an hatte dieses Bild einen Sog, ich musste es einfach fertigstellen. Oberhalb der Buchstaben konstruierte ich ein Holzgerüst, das immer weiter wuchs. Von Anfang an war mir wichtig, einen Teil des Bildes nur aus Fenstern und den anderen nur aus Türen bestehen zu lassen, eine Idee, die seit einigen Jahren immer wieder auftaucht. Für mich ein Bild für Lebensbereiche, die unverbunden sind, aber nur in der Verbindung  ihren Sinn entfalten können.


Natürlich ist dieser Gott kein Supergott. Hinter den Türen und vor den Fenstern ist nichts. Er ist verblichene Fassade. Vielleicht der wehmütige Blick auf ein Gottesbild der Kindheit. Das irgendwie noch da ist, aber nichts mehr eröffnet. Dieser Gott ist auch  ein Tor in einer öden Landschaft. Man müsste sich bücken um hindurchzugehen. Nichts scheint hinter diesem Tor anders zu sein. Und man könnte es auch sehr einfach umgehen. Trotzdem stelle ich mir vor, dass das merkwürdige Gerüst dem Wanderer auf diesem Weg Angst machen wird.

 

Ich habe lange an diesem Bild gearbeitet. Es entwickelte wie so oft seine eigenen Gesetze, die ich erst kennen lernen musste. Daher wurde es am Am Ende notwendig, dass ich die Worte "and Father and me" entfernen musste.